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Solltest du im Vorstellungs-Gespräch nach Gehalt fragen?

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Solltest du im Vorstellungsgespräch nach Gehalt fragen?

Allein der Gedanke daran sich in komplizierte Gehaltsgespräche zu verwickeln, lässt viele Arbeitssuchende zusammenzucken und zögern das Gehalt anzusprechen – obwohl es der richtige Zeitpunkt sein mag.

Das Gehalt ist sicherlich ein heikles Thema, das mit Bedacht behandelt werden muss. Wenn du es zu früh ansprichst, wirkst du eventuell zu gierig oder geldgetrieben. Wenn du zu lange wartest, riskierst du, eine Menge Zeit und Mühe verschwendet zu haben.

Wann ist also der beste Zeitpunkt, um in einem Vorstellungsgespräch nach dem Gehalt zu fragen? Solltest du es überhaupt ansprechen oder einfach auf ein Jobangebot warten? Und wenn du es ansprechen willst, wie gehst du am besten dabei vor?

Dieser Artikel beantwortet deine Fragen und zeigt dir wie es geht!

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um im Vorstellungsgespräch nach Gehalt zu fragen?

Generell ist hervorzuheben, dass jedes Vorstellungsgespräch und damit einhergehende Interview-Situationen unterschiedlich sind. Falls du also nach dem Gehalt frägst – insofern du dies möchtest (deswegen bist du wahrscheinlich hier) – solltest du bedenken, dass der richtige Zeitpunkt von einigen Faktoren abhängt.

Als allgemeine Faustregel gilt, dass du am besten wartest, bis der/die Personalverantwortliche das Thema anspricht. Im Idealfall gibt ein Unternehmen die Gehaltsspanne der Stelle in der Stellenausschreibung präzise an, sodass du sofort siehst, ob die Stelle und das Einstiegsgehalt deinen Anforderungen entsprechen, bevor du dich überhaupt bewirbst.

Dabei kann zum Beispiel die FiveTeams Plattform helfen, da sich Unternehmen bei uns verpflichten ein konkretes Gehalt für die zu besetzende Stelle vorab festzulegen. Dadurch gibt es später im Einstellungsprozess keine bösen Überraschungen mehr.

Du wirst jedoch schon festgestellt haben, dass viele Unternehmen bei gängigen Job-Portalen oder eigenen Karriere-Seiten leider keine konkreten Gehaltsangaben machen.

Stattdessen ist es oft der Fall, dass Bewerber bei z.B. bei Online Bewerbungen ihren Gehaltswunsch angeben müssen. Dies hilft dem oder der Personalverantwortlichen dabei, festzustellen, ob du in das Budget der Stelle passt.

Falls du also einen Gehaltswunsch geäußert hast und darauf hin zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurdest, kannst du im Normalfall davon ausgehen, dass das Unternehmen in der Lage ist, deine Gehaltsvorstellung zu erfüllen.

Manchmal kann es auch sein, dass dir die Frage nach dem Gehalt gleich beim ersten Telefongespräch gestellt wird. Das fühlt sich eventuell etwas aufdringlich an, ist aber aus Unternehmenssicht nachvollziehbar, da es so schnell wie möglich herausfinden will, ob ein Kandidat in die vorgegeben Gehaltsspanne passt.

Falls das Gehalt überhaupt nicht erwähnt wurde, weder im ersten Bewerbungsgespräch noch davor, solltest du darüber nachdenken, das Thema anzusprechen. Dieser Aspekt ist vor allem wichtig, wenn das Unternehmen im nächsten Schritt eine größere zeitliche Verpflichtung von dir verlangt.

Du möchtest letztendlich nicht quer durch das Land reisen oder ein zeitintensives Assessment absolvieren, nur um dann herauszufinden, dass das Gehalt nicht zu deinen Vorstellungen passt.

Wenn du also derjenige bist, der den ersten Schritt macht, solltest du die Gehaltsfrage strategisch klug ansprechen. Um dabei nicht geldgetrieben oder gierig zu wirken, geben wir dir im nächsten Schritt 6 Tipps an die Hand, wie du im Vorstellungsgespräch richtig nach dem Gehalt frägst.

6 Tipps wie du im Vorstellungsgespräch richtig nach dem Gehalt frägst

6 Tipps wie du im Vorstellungsgespräch richtig nach dem Gehalt frägst

1.     Erläutere warum du die Frage stellst

Fälschlicherweise denken Personalverantwortliche oft, dass du nur nach Geld frägst, weil das dein einziger Beweggrund ist für das Unternehmen zu arbeiten. Um dieser Wahrnehmung entgegenzuwirken, kannst du eine einfache Begründung für dein Interesse kommunizieren.

Nehmen wir beispielsweise an, dein potenziell zukünftiges Team möchte, dass du für einen Tag in die Unternehmenszentrale kommst, um sich kennenzulernen. Das bedeutet, dass du dafür einen Tag Urlaub nehmen musst und Vorkehrungen für Kinder, Haustiere usw. zu treffen hast. Dabei musst du natürlich nicht ins kleinste Detail gehen.

Dennoch ist es legitim an dieser Stelle nachzufragen wie hoch die Kompensation ausfällt, bevor du dich auf eine derart große Verpflichtung einlässt.

2.     Sei dir deiner Gehaltsvorstellungen bewusst

Bevor du nach dem Gehalt frägst, solltest du für dich einen idealen Gehaltsrahmen festgelegt haben. Dabei ist es essenziell ausgiebig zu recherchieren, welchen Marktwert man eigentlich besitzt und wie viel Prozent Gehaltserhöhung im Vergleich zum vorherigen Job möglich sind (Dies kannst du z.B. mit unserem Gehaltserhöhungsrechner berechnen).

Dadurch wirkst du vorbereit, wenn der potentielle Arbeitgeber dich danach frägt und du kannst für dich einschätzen, ob du nach dem Gespräch noch an der Stelle interessiert bist.

3.     Bitte um eine Videokonferenz oder ein Telefonat

Falls du für ein zweites Vorstellungsgespräch eingeladen wurdest, jedoch noch nicht weißt, wie hoch das Gehalt ist, solltest du den Zeitpunkt nutzen, um dies in Erfahrung zu bringen.

Dies gelingt, indem du auf die E-Mail mit der erfreulichen Botschaft mit der Bitte antwortest, noch ein paar Fragen vorher telefonisch zu klären.

Stelle dann im nächsten Schritt während des Telefonats ein paar inhaltliche Fragen zur Position, einschließlich des Gehalts. Danach kannst du entscheiden, ob du am zweiten Vorstellungsgespräch teilnimmst.

4.     Berücksichtige unentgeltliche Vorteile neben dem Gehalt

Zusätzlich zu deinem Gehalt gibt es vielleicht andere Vorteile, Vergünstigungen oder Vergütungsformen, die du als ebenso wertvoll erachtest wie z.B. Home-Office, Urlaubstage, einen Firmenwagen, Anteile oder spannende Weiterbildungsmaßnahmen.

Diese solltest du unbedingt als mögliche Verhandlungsoptionen miteinbeziehen. Vielleicht hat der potentielle Arbeitgeber nicht genug Budget für deine ideale Gehaltsspanne, weiß aber mit bei anderen Punkten zu überzeugen.

5.     Sei selbstbewusst

Einige Arbeitgeber sind nicht nur an deiner Antwort interessiert, vielmehr wollen sie dein Auftreten sehen. Wenn du zuversichtlich und selbstbewusst bist, zeigt das, dass du deinen Wert kennst – dies signalisiert Kompetenz.

Verkaufe dich nicht unter Wert, wenn du vorankommen möchtest.

6.     Sei geschickt in der Wortwahl

Im Vorstellungsgespräch macht wie so oft im Leben der Ton die Musik. Wähle daher geschickte Formulierungen. Es gibt immer mehr als eine Möglichkeit, eine Frage zu formulieren. Stil und Herangehensweise helfen dir, die gewünschten Informationen zu erhalten.

Ganz konkret bedeutet das zum Beispiel Folgendes: Wenn du nach dem Gehalt frägst, verwende lieber das Wort "Vergütung" anstelle von "Geld" und frage lieber nach einer Spanne anstelle einer bestimmten Zahl. Wenn du dich nach der Work-Life-Balance erkundigen möchtest, kann es sinnvoller sein, das Thema mit dem Begriff „Arbeitskultur“ oder „Unternehmenskultur“ anzusprechen.

Fazit

Gespräche über das Gehalt können heikel sein, und es ist nicht gerade erstrebenswert, dass ein Unternehmen annimmt, der Hauptmotivator liegt im Geld.

Aber es lässt sich auch nicht leugnen, dass es bei der Jobauswahl ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium ist.

Als allgemeine Faustregel gilt: Folge den Anweisungen des Arbeitgebers. Es wird irgendwann im Vorstellungsgespräch zur Sprache kommen oder zumindest bei der Diskussion über ein Jobangebot.

Wenn du jedoch befürchtest, deine Zeit - und die des Arbeitgebers - zu verschwenden, dann zögere nicht, vor oder während des zweiten Vorstellungsgesprächs danach zu fragen. Alternativ kannst du auch Möglichkeiten der Jobsuche nutzen, bei denen das Salär vorab geklärt ist. Hierbei ist der anonyme Jobmarktplatz von FiveTeams ein probates Mittel.

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