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Mobbing am Arbeitsplatz | Wie damit umgehen?

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Mobbing am Arbeitsplatz | Wie damit umgehen?

Was ist Mobbing überhaupt?

Viele von uns gehen davon aus, dass, wenn wir die Schule verlassen, die Tage des Mobbings vorbei sind.

Leider ist dies am Arbeitsplatz nicht immer der Fall. Mobbing am Arbeitsplatz - das absichtliche Anvisieren eines Kollegen, um ihn zu isolieren, zu demütigen oder aggressiv zu machen - kommt jeden Tag vor, in allen möglichen Berufsgruppen.

Daher ist es enorm wichtig, Mobbing am Arbeitsplatz zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, um die möglichen Auswirkungen zu bekämpfen.

Aber was versteht man eigentlich unter Mobbing?

Mobbing kann definiert werden als der absichtliche Versuch, eine Person durch Demütigung, allgemeine Belästigung, emotionalen Missbrauch und Terror von ihrem Arbeitsplatz zu vertreiben.

Mobbing am Arbeitsplatz wird geht oft von einem Initiator aus. Dies kann ein Manager, ein Mitarbeiter oder eine untergeordnete Fachkraft sein.

Andere häufige Begriffe, welche dieses Phänomen umschreiben sind u.a. Arbeitsplatzmobbing, Gruppenmobbing oder kollektive Aggression.

Wie häufig kommt Mobbing am Arbeitsplatz vor?

Laut Statista ist jeder siebte Deutsche schon mal Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz geworden.

Das tückische an Initiatoren von Mobbing Verhalten ist, dass sie oft selbst unter Persönlichkeitsstörungen leiden. In Kombination mit charismatischem Auftreten besteht die Möglichkeit, dass sie Mitmenschen, z.B. Arbeitskollegen, zu Mobbingverhalten anstiften

Einige Täter, egal ob weiblich oder männlich, agieren auch oft relational aggressiv. Dies bedeutet, dass Personen gegeneinander „ausgespielt“ werden. Diese Art von Mobbing führt zu einer starken psychischen Belastung.

Verschiedene Stufen des Mobbings

Falls du den Verdacht hast, dass du am Arbeitsplatz gemobbt wirst und du mehr über den Ablauf sowie Symptome des Mobbings erfahren möchtest, ist es wichtig die verschiedenen Stufen des Mobbing zu verstehen.

5 Stufen des Mobbings am Arbeitsplatz

1. Verleugnung und Missbilligung

Mobbing beginnt in der Regel mit einer Meinungsverschiedenheit oder einer anderen Form der Kritik (z. B. eine Untersuchung, Zurechtweisung, Verwarnung, Suspendierung, Kündigung, Bewertung oder ein Bericht) gegenüber dem Ziel von Mobbing am Arbeitsplatz.

Dadurch, dass die Zielperson oft unvorbereitet auf die Kritik reagiert, wirkt der Angriff – ob gerechtfertigt oder nicht – oft legitim.

Dies führt zu Ablehnung bzw. Verleugnung der Person, welche gemobbt wird - zum Beispiel mit der Behauptung, dass ein Mitarbeiter ein Muster von Unpünktlichkeit aufweist, nachdem er einmal zu spät zur Arbeit gekommen ist, wofür er oder sie kritisiert wurde.

2. Wut und Aggression

In der zweiten Phase wird die Mobbing-Aggression offenkundiger und strukturierter. Die Zielperson reagiert möglicherweise wütend, was verständlich ist, da ihr Ruf, ihr Job und ihr Gehalt auf dem Spiel stehen könnten.

Eine wütende Reaktion ist jedoch genau das, was die Initiatoren einer Mobbing Kampagne wollen, denn sie lässt den Mitarbeiter als arbeitsunfähig erscheinen. Mobbing am Arbeitsplatz ist manipulativ und hat das Ziel, die Zielperson so heftig wie möglich zu diskreditieren.

3. Verhandlung und das Einbeziehen Dritter

In der Verhandlungsphase beginnt der/die Mobbing-InitiatorIn, die Geschäftsleitung einzubeziehen.

Oft wird das Management durch die vom/ von der InitiatorIn dargestellten Unwahrheiten überzeugt. Die Verhandlungsphase von Mobbing am Arbeitsplatz erzeugt beim Opfer das Bedürfnis, sich zu verteidigen und mit dem Managementteam über Mobbing am Arbeitsplatz zu sprechen. Das Mobbing am Arbeitsplatz hat bereits dazu geführt, dass sich das Opfer unverstanden und allein fühlt.

Leider führt ein Appell an die Geschäftsleitung nicht immer zu positiven Ergebnissen - und kann die Situation oftmals sogar noch verschlimmern. Hier hilft aus Sicht des Opfers oftmals nur noch ein Jobwechsel.

4. Psychologische Auswirkungen und Depressionen

Menschen, die Mobbing am Arbeitsplatz erleben, erleiden dadurch oft Depressionen.

Bei einigen treten diese während der Zeit am Arbeitsplatz auf, andere erleben depressive Phasen erst, nachdem sie den Arbeitsplatz verlassen haben.

Nach dem Verlassen des Arbeitsplatzes stellen Opfer sich oft selbst die Frage, ob das Mobbing nicht sogar gerechtfertigt ist, was zu einer erheblichen Einschränkung des Selbstwertgefühls führt.

Weitere Anzeichen psychologischer Auswirkungen sind Konzentrationsschwächen, Schlaf- und Appetitstörungen, Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit, geringe Energie und im schlimmsten Falle sogar Selbstmordgedanken.

Mobbing am Arbeitsplatz führt oft zu einem negativen Kreislauf, aus dem es unmöglich erscheint auszubrechen. Dies führt oft zu einer inneren Leere und können sich bis ins Privatleben ausdehnen.

5. Akzeptanz

Oftmals löst sich die Situation nach einer gewissen Zeit auf. Das Mobbing lässt auf natürliche Weise nach, die Personalabteilung schreitet ein oder aber der oder die Initiatorin bzw. das Mobbing Opfer verlässt das Unternehmen.

Oft ist es dennoch für das Mobbing Opfer schwer, das Gefühl der Ungerechtigkeit loszuwerden. Der Weg hin zu Akzeptanz ist of lang und schwierig.

Sie wird jedoch schneller erreicht, je größer der Abstand zu den Personen, welche das Mobbing ausüben bzw. ausübten.

Mobbing am Arbeitsplatz erfordert genauso viel Heilung wie jede andere Form von Trauma oder Grausamkeit, und es sollte mit dem gleichen Maß an Selbstfürsorge angegangen werden wie andere psychische Gesundheitsprobleme, wie z. B. Angstzustände.

Wie also mit Mobbing am Arbeitsplatz umgehen?

Falls du am Arbeitsplatz in einen Mobbing-Konflikt involviert bist, tue dein Bestes, um ihn so schnell, ruhig und pragmatisch wie möglich ad acta zu legen.

Mobbing am Arbeitsplatz ist am einfachsten zu stoppen, wenn es früh im Prozess erkannt wird.

Lernst du, die Anzeichen von Mobbing zu erkennen (insbesondere die ersten beiden oben beschriebenen Stufen), kannst du früh darauf reagieren.

Falls du emotional aufgebracht bist, warte etwas bis du ruhig und sachlich mit deinem bzw. deiner KollegIn darüber sprechen kannst.

Zu viel Emotionalität ist oft kontraproduktiv und wirkt nicht de-eskalierend.

Sprich nur mit vertrauenswürdigen Personen über deine Erfahrungen am Arbeitsplatz, sonst könnte daraus ein zu großes Drama werden.

Falls du Wut verspürst, versuche dich vom Arbeitsplatz zu entfernen, um eine Pause einzulegen. Ein Spaziergang kann hier Wunder bewirken. Falls du rechtliche Schritte in Erwägung ziehst, solltest du diese Maßnahmen für dich behalten.

Um psychologische Folgeerscheinungen von Mobbing am Arbeitsplatz vorzubeugen, kannst du einiges tun. Sport, ehrenamtliche Tätigkeiten, Reisen, kognitive Therapien oder andere Hobbies, die dir Spaß machen, können akute Depressionen lindern.

Darüber hinaus sollte kein Beruf auf der Welt über dem eigenen seelischen Frieden stehen.

Falls du in Erwägung ziehst deinen Job zu wechseln, können wir von FiveTeams – Europas #1 anonymer Marktplatz für die passive Jobsuche, dir dabei helfen.

Ein positives Umfeld außerhalb der Arbeit hilft ebenso enorm. Falls du das Gefühl hast, dass du schon seit längerem unter Symptomen einer Depression leidest, ist es jedoch anzuraten, professionelle Hilfe aufzusuchen.

Häufige Ziele von Mobbing

Theoretisch kann jede Person Ziel von Mobbing Kampagnen am Arbeitsplatz werden. Dennoch gibt es oft gewisse Muster, die sich herauskristallisieren.

Mobbing kommt oft vor an Arbeitsplätzen, an denen geringe Aufstiegschancen existieren (Staatliche Institutionen oder sehr kleine Unternehmen).

Mobbing kommt auch häufiger vor, wenn die Diversität der ArbeitnehmerInnen sehr gering ist, sprich von einem Geschlecht dominiert (z.B. beim Militär oder in der Krankenpflege)

Das bedeutet de facto, dass eine Mobbing Kultur oft auch inhärent vom Arbeitgeber und dessen Organisationsstruktur und -kultur ausgeht, und es damit nicht deine Schuld ist.

Langfristige Auswirkungen von Mobbing am Arbeitsplatz

Leider leiden Menschen, die Opfer von Mobbing sind, unter negativen psychischen und physischen Erscheinungen. Dazu gehören u.a. Schlafstörungen, Wut, Stress, Konzentrationsschwäche, Störungen des Verdauungssystems, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Depressionen, Panikattacken und Gewaltbereitschaft.

Es ist wichtig, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn sich diese Symptome bei dir oder einem Mitmenschen einstellen.

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