Passive Jobsuche
6 Minuten

Passive Jobsuche | Was ist das?

Inhalt

Passive Jobsuche | Was ist das?

Was wäre, wenn die Karriereseite Ihres Unternehmens nur knapp 12 % der Kandidaten erreicht? Würde das Ihre Talent Acquisition Herangehensweise ändern?

Laut einer aktuellen LinkedIn-Talentumfrage sind 12% lediglich der Anteil an potentiellen Kandidaten, die angeben, pro-aktiv nach einem neuen Job suchen.

Was wäre, wenn weitere 28 % eher beiläufig suchen oder sich vorsichtig in persönlichen Netzwerken nach Möglichkeiten erkundigen.

Was wäre darüber hinaus, wenn satte 45 % bereit dafür sind, informiert zu werden sobald sich ein positiver Karriereschritt ergibt.

Zusammengefasst bedeutet das: 85 % der Arbeitnehmer, sind zu einem Jobwechsel bereit, wenn das richtige Angebot käme.

Genau diese 85% werden passiv jobsuchende genannt und sollten in jeder Recruiting Strategie Berücksichtigung finden.

In diesem Artikel erklären wir genau den Unterschied zwischen aktiver und passiver Jobsuche und stellen 5 Charakteristika des passiv Jobsuchenden Kandidaten heraus.

Zum Schluss zeigen wir Möglichkeiten auf, wie Unternehmen passiv-jobsuchende effektiv finden.

Unterschied Aktive versus Passive Jobsuchende

Wer ist passiv jobsuchend?

In der Personalbeschaffung wird oft über passiv Jobsuchende gesprochen – doch wer ist genau damit gemeint? Passiv Jobsuchende, auch bekannt als passive Kandidaten, sind Fachkräfte, die derzeit einen Job haben, aber einen Wechsel in Betracht ziehen würden, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Wie oben beschrieben ist der Anteil an passiv Jobsuchenden auf dem aktuellen Arbeitsmarkt enorm hoch.

Eine Definition von Passiv Jobsuchenden könnte lauten:

„Eine Fachkraft, welche aktuell beschäftigt ist und nicht aktiv nach einem neuen Job sucht. Darüber hinaus ist diese Person nicht auf Jobbörsen aktiv, möchte anonym bleiben, verschickt keine Bewerbungen, würde aber einen Jobwechsel zu gewissen Konditionen in Betracht ziehen."

Die Unterscheidung zwischen aktiv- und passiv jobsuchenden ist dabei nicht als Konzept zu verstehen welches entweder „schwarz“ oder „weiß“ ist, sondern eher als Kontinuum mit ambivalentem Übergang.

Unterschied aktive und passive Jobsuche

Die 5 Charakteristika von passiv Jobsuchenden

Um passive Kandidaten besser zu verstehen gehen wir im Folgenden auf 5 wichtige Charakteristika ein.

  1. Sie sind offen für den nächsten Karriere Schritt

Passiv jobsuchende Kandidaten sind offen für einen nächsten Schritt. Das bedeutet, dass die daran interessiert sind, von relevanten Möglichkeiten zu hören, die ihre Karriere voranbringen.

Dies kann über mehrere Wege wie zum Beispiel die dafür geschaffene FiveTeams Plattform, direkter Kontakt durch Headhunter oder Werbeanzeigen geschehen.

Headhunter nutzen häufig Plattformen wie LinkedIn oder Xing, so dass Headhunter auf diesen Plattformen oft stark um den Kontakt zu den besten Talenten konkurrieren.

Dies hat zur Folge, dass viele Kandidaten häufig von verschiedenen Headhuntern kontaktiert werden, was oftmals als Spam empfunden wird.

Trotzdem wollen die Kandidaten immer noch von Ihnen hören. Eine von LinkedIn durchgeführte Untersuchung ergab, dass 90 % der auf der Plattform aktiven Fachkräfte gerne von Karrieremöglichkeiten hören würden.

2.     Unterschiedliche Anforderungen und Ambitionen

Passiv-Arbeitssuchende haben hohe Ansprüche. Sie befinden sich in einer guten Position, weshalb es für sehr wichtig ist, ihnen ein Angebot zu unterbreiten, das sie nicht ablehnen können.

Viele Fachkräfte wünschen sich eine berufliche und/oder persönliche Weiterentwicklung, aber nicht alle Kandidaten sind gleich. Manche Kandidaten haben den Wunsch, öfter von zu Hause aus zu arbeiten, flexiblere Arbeitszeiten zu haben oder haben ganz andere Gründe, sich für eine andere Stelle zu interessieren.

Nicht immer geht es um einen hierarchischen Aufstieg oder mehr Geld. Manchmal geht es auch um Faktoren, wie die Vereinbarkeit zwischen Familie und dem Beruf oder der Unternehmenskultur.

Laut einer von Glassdoor durchgeführten Untersuchung sind dies die fünf wichtigsten Faktoren, die Fachkräfte dazu bringen, sich abwerben zu lassen:

  • Attraktive Sozialleistungen und Vergünstigungen - 48 Prozent
  • Bequemes, einfaches Pendeln - 47 Prozent
  • Hohe Gehälter - 46 Prozent
  • Gute Work-Life-Balance - 43 Prozent
  • Flexibilität bei der Arbeit von zu Hause aus - 41 Prozent

3.     Sie wollen auf dem Laufenden gehalten werden

Wenn Sie mit passiven Kandidaten Kontakt aufnehmen, ist es wichtig, dass Sie eine starke Beziehung zu ihnen aufbauen. Wie bereits erwähnt, erreichen Sie vielleicht jemanden, der interessiert ist, aber derzeit nicht in der Lage ist, zu wechseln oder in dieser bestimmten Stelle anzufangen.

Wenn dies der Fall ist, kann es sich lohnen, in Kontakt zu bleiben. Wenn sich die Situation der Fachkraft ändert und Ihre Organisation sich weiterentwickelt, besteht die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt zusammenzufinden.

4.     Sie wollen anonym bleiben

Passiv Jobsuchende sind oftmals in wichtige Projekte mit längeren Laufzeiten eingebunden. Daher ist es nicht förderlich, wenn der aktuelle Chef mitkriegt, dass sich intensiv mit einer neuen Stelle befasst wird.

Dies kann unter Umständen zu atmosphärischen Stören oder sogar ganzen Versetzungen führen. Daher ist Anonymität für den oder die passiv Jobsuchende(n) enorm wichtig.

5.     Langfristige Perspektive & kein Zeitdruck

Wir haben bereits die Tatsache behandelt, dass passive Arbeitssuchende in einer guten Position sind. Sie haben klare Ambitionen und die Möglichkeit, Jobangebote aus einem kritischen Blickwinkel heraus zu betrachten.

Beides führt dazu, dass sie nicht auf Anhieb einen neuen Job annehmen werden. Da sie in ihrer aktuellen Position glücklich sind, besteht kein Zeitdruck, den Job zu wechseln, was zu einer langfristigen Ausrichtung führt.

Wie können passiv-jobsuchende am besten gefunden werden?

Die Rekrutierungsansätze haben sich in den letzten Jahren verändert und entwickeln sich stetig weiter.

Immer mehr Unternehmen sind auf den Zug der passiven Kandidaten aufgesprungen, und Ihre Konkurrenten versuchen möglicherweise, die gleichen Personen zu rekrutieren wie Sie.

Wie können Sie also eine effektive Strategie entwickeln, um diese schwer fassbaren passiven Kandidaten zu gewinnen?

  1. Entwickeln Sie eine leistungsbezogene Stellenbeschreibung.

Die Stellenbeschreibung, die Sie auf Ihrer Karriereseite veröffentlichen (Fähigkeiten, Erfahrung, akademische Anforderungen), dient dazu, unqualifizierte Kandidaten auszusortieren.

Wenn Sie passive Kandidaten rekrutieren, wissen Sie bereits, welche Qualifikationen diese mitbringen. Die Stellenbeschreibung, die Sie dem Kandidaten zur Verfügung stellen, sollte detailliert beschreiben, was von ihm erwartet wird, um die Position erfolgreich zu besetzen. Mit anderen Worten: Definieren Sie Ihre Anforderungen basierend auf den gewünschten Ergebnissen, nicht auf den Qualifikationen.

  1. Bestimmen Sie, was den/die Kandidat*In dazu bewegt zu wechseln.

Was würde den Kandidaten bzw. die Kandidatin davon überzeugen, den Job zu wechseln? Die meisten passiven Kandidaten sind nicht auf der Suche nach besseren Jobtiteln, mehr Jobsicherheit oder einem besseren Chef.

Sie könnten jedoch durch eine bessere Vergütung, eine bessere Work-Life-Balance oder eine anspruchsvollere Position zu einem Jobwechsel überredet werden.

  1. Nutzen Sie FiveTeams.

FiveTeams ist ein anonymer Marktplatz, welcher es Unternehmen ermöglicht passiv Jobsuchende Fachkräfte zu finden und abzuwerben.

Dabei werden keine teuren Provisionen wie bei Headhuntern oder Personalberatern fällig. Eine Suchkampagne kann kostenfrei und innerhalb weniger Minuten gestartet werden.

  1. Verkaufen Sie eine langfristige Chance, nicht eine kurzfristige Lösung.

Um einen passiven Kandidaten zu überzeugen, müssen Sie Ihr Unternehmen als langfristige Chance für einen besseren Karriereweg verkaufen. Die meisten passiven Kandidaten lassen sich nicht durch oberflächliche Gründe überzeugen, und wenn sie es doch tun, sind sie eventuell schnell unzufrieden.

  1. Bleiben Sie hartnäckig - geben Sie nicht nach dem ersten Kontakt auf.

Wenn ein passiver Kandidat in diesem Monat vollkommen zufrieden ist, ist er im nächsten Monat vielleicht offen für ein Gespräch. Erfolgreiche Recruiter belästigen ihre Kontakte nie, aber sie halten die Kommunikationslinien offen, um eine Verbindung herzustellen.

Fazit

Passive Kandidaten stellen einen riesigen, weitgehend ungenutzten Pool an qualifizierten Arbeitskräften dar, die perfekt zu den Anforderungen Ihres Unternehmens passen könnten.

Um sie zu erreichen, sollten sie ihre Strategien anpassen und innovative Kanäle nutzen. Legen Sie darüber hinaus großen Fokus auf die langfristige Perspektive, welche sich hinter der Chance, die sie bieten, versteckt.

Zur Übersicht

Ähnliche Artikel